Russischer Nuklearfunktionär hält Anteile an tschechischem Industriebetrieb
Russischer Nuklearfunktionär hält Anteile an tschechischem Industriebetrieb

Russischer Nuklearfunktionär hält Anteile an tschechischem Industriebetrieb

Der stellvertretende Direktor eines sanktionierten russischen Atomforschungszentrums besitzt laut einer gemeinsamen Untersuchung von The Insider und Investigace.cz 43 Prozent der Anteile am tschechischen Unternehmen Roboterm. Alexander Petrow, Vizedirektor des Russischen Föderalen Nuklearzentrums (RFJAC), das mehr als die Hälfte des russischen Atomwaffenarsenals entwickelt, ist damit Miteigentümer einer Firma, die Induktionserwärmungsanlagen für die Metallverarbeitung herstellt. Zu den Hauptabnehmern dieser Technik zählte bis 2022 der Lkw-Hersteller KamAZ.

Verbindung zu russischem Rüstungssektor

Petrows Unternehmen Reltek liefert ähnliche Anlagen an Hersteller von Raketen wie „Iskander“ und „Topol-M“ sowie an den Allrussischen Forschungsinstitut für Technische Physik (WNITF), eines der beiden wichtigsten russischen Atomwaffenzentren unter dem Dach von Rosatom. Reltek steht im geschlossenen Register des russischen Industrieministeriums für Verteidigungsbetriebe und entwickelt dual-use-Technologien für Wärmebehandlung, Schmieden und Härten von Metallteilen – Prozesse, die auch bei der Herstellung von Raketenkomponenten und Panzerteilen eingesetzt werden.

Geschäfte trotz Sanktionen

Nach Beginn des großflächigen Kriegs gegen die Ukraine lieferte Reltek weiterhin Induktionsanlagen an mehrere Rüstungsbetriebe, darunter 2023 an den Konzern KEMZ in Kisljar, der neben ziviler Produktion Zünder für Artilleriegeschosse entwickelt. Zudem belieferte Reltek zwei Werke des Raumfahrtkonzerns Roskosmos: das Wotkinski Werk, das Raketen für die Systeme „Iskander-M“ und „Topol-M“ herstellt, und Proton-PM.

Eigentum und internationale Verflechtungen

Petrow erwarb bereits 2005 über die Firma RT s.r.o. 43 Prozent an Roboterm s.r.o. im tschechischen Chotěboř. Diese Beteiligung verschafft ihm seitdem Zugang zu europäischen Technologien ähnlicher Art. Trotz seiner Positionen im russischen Staatsdienst – als Ex-Minister der Industrie und Wissenschaft in der Region Swerdlowsk sowie als stellvertretender Direktor des Elektrotechnischen Instituts beim WNITF – blieb Petrow geschäftlich aktiv und leitete weiterhin Reltek.

Forderungen nach schärferer Kontrolle

Laut den Ermittlern von The Insider und Investigace.cz offenbart der Fall erhebliche Lücken im tschechischen Sanktionsvollzug. Nach ihren Angaben gelangte auch nach 2022 weiterhin Technologie aus Tschechien über Drittstaaten, darunter die Türkei, nach Russland. Petrow selbst erklärte, dass sich „die Situation nach dem Wahlsieg der Partei von Andrej Babiš verbessern könnte“. Experten fordern nun strengere Kontrollen der Eigentumsverhältnisse und Finanzströme russischer Staatsbürger im Verteidigungssektor, einschließlich möglicher Exportverbote, juristischer Prüfungen und persönlicher Sanktionen gegen Petrow.

Mögliche Maßnahmen auf EU-Ebene

Da Petrows Tätigkeit in Tschechien wirtschaftliche Interessen mit der Arbeit für den russischen Staat im Verteidigungsbereich verbindet, sehen Beobachter begründeten Anlass für Ermittlungen sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene. Tschechische Behörden könnten die Einfrierung seiner Vermögenswerte oder Beschränkungen der Eigentumsrechte an Roboterm prüfen, bis die Untersuchungen abgeschlossen sind.

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